Thema des Jahres 2013

Gedenktag 10. Mai 1933

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, brannten überall in Deutschland Bücher. Bücher von Franz Werfel, von Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger, von Irmgard Keun, Sigmund Freud, Heinrich, Thomas und Klaus Mann, von Kurt Held und Lisa Tetzner und vielen anderen Schriftstellern, Wissenschaftlern und Künstlern wurden auf die Scheiterhaufen der Deutschen Studentenschaft geworfen, um sie zu vernichten. Es war "ein Fanal, mit dem der Exodus einer ganzen Blüteepoche deutscher Wissenschaft und Kultur vor den Augen der Weltöffentlichkeit vollzogen wurde", schreibt der Historiker Julius Schoeps in seiner eindrucksvollen Dokumentation "Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933".

 

Thema des Jahres 2013

Zum Thema FRAUEN möchte ich Ihnen eine Auswahl unseres Buchangebotes vorstellen. Die Reihenfolge ist wahllos und stellt keine Wertigkeit dar:

 

Das zentrale gesellschaftliche Thema „Migration“ wird hier mit Blick auf Geschichte und Geschlecht behandelt.

 

Freiwillige und erzwungene Wanderungen kennzeichnen die europäische Geschichte nicht erst seit dem 19. Jahrhundert. Der vorliegende Band enthält erhellende Beiträge zu historischen Migrationsprozessen: Dabei wird Migration aus der Geschlechterperspektive betrachtet und insbesondere auf die Bedeutung von Bildung und die von heutigen Medien vermittelten Bilder von Migrantinnen eingegangen, statt Erinnerungskultur und musealer Vermittlung bis in die Gegenwart.

 

Edeltraud Aubele/ Gabriele Pieri – Femina Migrans – Frauen in Migrationsprozessen

(18.-20. Jahrhundert), erschienen im Ulrike Helmer Verlag.

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„Ich glaube, wer <Die Hälfte des Himmels> gelesen hat, kann einfach nicht mehr tatenlos herumstehen.“ sagt George Clooney zu diesem Buch.

Mit einem Vorwort von Frau Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann 

 

Dieses Buch der beiden Pulitzer-Preisträger wirbt für ein großes Anliegen: Menschenrechte weltweit auch für Frauen durchzusetzen. Vor rund 200 Jahren gelang die Abschaffung der Sklaverei – heute formiert sich eine ähnliche Bewegung zur Emanzipation von Frauen und Mädchen. Dieses informative und glänzend geschriebene Buch ist das Manifest der Bewegung – ein erschütterndes Dokument und zugleich ein außergewöhnliches Signal des Aufbruchs und der Hoffnung.

 

Nicholas D. Kristof / Sheryl WuDunn Die Hälfte des Himmels – Wie Frauen weltweit für eine bessere Zukunft kämpfen, erschienen im Verlag C.H. Beck.

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Ihr Gesicht hat nicht nur eine Seele, sondern auch eine Stimme

 

Waris Dirie ist ein Wesen aus zwei Welten: das Nomadenmädchen aus der endlosen Wüste Somalias und als Topmodel ein Geschöpf der schnellen, kurzlebigen Modewelt. Mit 14 Jahren flieht sie vor ihrem Vater, als er sie mit einem alten Mann verheiraten möchte. Ihre Flucht führt sie schließlich als Hausmädchen des somalischen Botschafters nach London. Dort wird sie von den berühmtesten Modefotografen der Welt entdeckt und aufgenommen. Doch ein Teil ihrer Seele ist in Afrika geblieben, obwohl sie dort die grausamste Folter erdulden musste, die man einem Mädchen antun kann. Als UN-Sonderbotschafterin hat sie den Kampf gegen die rituellen, grausamen Handlungen aufgenommen. Waris Dirie erzählt ihre Geschichte auf die gleiche Art, wie ein Märchenerzähler in ihrer afrikanischen Kindheit Märchen erzählten.

 

Waris Dirie - Wüstenblume, erschienen im Verlag Schneekluth

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„Gebt mir meine Kinder zurück!“

 

Dresden 1982: Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wird Jutta Gallus von den DDR-Behörden inhaftiert. Ihre beiden Töchter Claudia (11) und Beate (9) kommen ins Heim. Als Jutta Gallus nach zwei Jahren schließlich vom Westen freigekauft wird, beginnt sie den verzweifelten Kampf um ihre Kinder. Bei Wind und Wetter steht sie mit einem Plakat am Checkpoint Charlie. „Gebt mir meine Kinder zurück!“, lautet ihr

Öffentlicher Protest. Doch vier lange Jahre sollen vergehen, bis Jutta Gallus ihre Töchter endlich wieder in die Arme schließen kann.

 

Ines Veith - Die Frau vom Checkpoint Charlie – Der verzweifelte Kampf einer Mutter um ihre Töchter, erschienen im Knaur Taschenbuch Verlag.

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Die weiße Massai

 

Corinne Hofmann verbrachte vier Jahre im kenianischen Busch. Zwanghaft folgte sie damals der großen Liebe ihres Lebens und erfuhr Himmel und Hölle. Ergreifend schildert sie ihren größten Überlebenskampf! Ein ununterbrochenes Abenteuer, das sie an die körperlichen und seelischen Grenzen brachte. Ein Kampf, den sie gemeinsam mit ihrer Tochter Napirai doch noch gewonnen hat.

 

Corinne Hofmann - Die weiße Massai, erschienen im A1 Verlag

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Überleben im Nachkriegsdeutschland

 

Frauen waren es, die aus Ruinen wieder Wohnungen schufen, während die männlichen Helden des „Dritten Reiches“ in Gefangenenlager waren. Frauen nahmen die Plätze der fehlenden Männer ein. Sie waren es, die vor allem die Last der Nachkriegsjahre zu tragen hatten. Frauen, die ihren „Mann“ stehen konnten, voll innerer Kraft und konsequenter, als Männer dies je vermögen. Tante Lina ist eine von ihnen. Ihre Erlebnisse, Dokumente und Kochrezepte aus dieser Zeit zeugen über den Einfallsreichtum einer Mangelwirtschaft.

 

Rainer Horbelt/Sonja Spindler - TanteLinas Nachkriegsküche, erschienen im Bechtermünz Verlag

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Biographischer Roman über die Mutter des Astronomen Johannes Kepler

 

Katharina Keplerin ist eine wenig bekannte Gestalt. Was man von ihr weiß, ist in geheimnisvolles, fast unheimliches Dunkel gehüllt. Denn das einzige authentische Dokument ist die Niederschrift des Hexenprozesses, den sie zwischen 1615 und 1621 zu bestehen hatte. Fragen, Antworten, Zeugenaussagen voll unvorstellbarer Dummheit und abergläubischem Wahn sind getreulich aufgezeichnet worden und dank der kenntnisreichen wissenschaftlichen Forschungen verdienter Gelehrter erhalten geblieben. Nach Dokumenten und Briefen des Sohnes, der Familiengeschichte und vielerlei zeitgenössischen Zeugnissen aus dem Umkreis des Astronomen ist eine lebendige, farbige Darstellung nach überlieferten, belegbaren Fakten entstanden. Katharina zog vier Kinder groß, von denen Johannes das älteste war. Sie hatte sich gegen eine unfreundlich gesinnte Verwandtschaft und gegen böswillige Nachbarn durchzusetzen, die ihr auch den berühmten Sohn neideten, den kaiserlichen Hofmathematikus, den man als Magier und Horoskopsteller verleumdete. Als Katharina als Hexe angeklagt wurde, reiste Johannes unter finanziellen Opfern aus Linz zum Prozessort, und es gelang ihm mit Hilfe gelehrter Freunde, die Mutter zu retten, nachdem sie den ersten Grad der Folter, die „Territio“, bestanden hatte.

 

Utta Keppler - Die Keplerin, erschienen im Bechtle Verlag

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Historischer Roman über die legendäre Kometenjägerin Caroline Herschel

 

Niemand hätte ahnen können, dass aus der kleinen Caroline, die 1750 als achtes Kind des Hofmusikers Herschel in Hannover geboren wurde, etwas Besonderes werden sollte. Doch sie war nicht nur aufgeweckt und begabt, sondern sie fürchtete nichts so sehr wie ein tristes Schicksal als abgehärmte Ehefrau. Nur zu bereitwillig folgte sie daher ihrem angebeteten Bruder Wilhelm, der in dem mondänen Kurort Bath als Musiker und Konzertveranstalter Fuß gefasst hatte, in die Fremde. Sie ahnte nicht, welche Entscheidungen dieser Schritt ihr abverlangen würde: dass sie für Wilhelm ebenfalls die Hausfrau wäre, sich aber gleichzeitig als Sängerin in der snobistischen Gesellschaft behaupten und außerdem seine verrückte Begeisterung für die Astronomie teilen müsste und dass sie sich zwischen einer Liebe, ihrem Bruder und einer Karriere zu entscheiden hätte. Caroline sollte zwar als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit wissenschaftliche Anerkennung finden, sich aber nicht ungestraft über die Regeln der Gesellschaft für ihr Geschlecht hinwegsetzen. Konnte die Wärme eines Geliebten und einer Familie je durch die Nähe zu den Sternen in all ihrer Kälte ersetzt werden? Eva Maasers sorgfältig recherchierter Roman lässt uns miterleben, welchen Mut es als Frau zu dieser Zeit brauchte, um aus dem Schatten eines Mannes herauszutreten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

 

Eva Maaser - Die Astronomin, erschienen im Rütten & Loening-Verlag

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Carol Kloeppel erzählt teils humorvoll, teils ernst, doch immer sehr herzlich von ihren deutschen Abenteuern.

 

Sie wagt aus Liebe 1992 die Einwanderung nach Deutschland. Als typische Amerikanerin wundert sie sich über die Eigenarten der Deutschen. Warum ziehen diese mit Kind, Kegel und Einbauküche um? Wie kommt man mit der scheinbar endlosen Auswahl an Brot, Wurst und Käse zurecht? Zuerst will ihr die sprachliche Anpassung so gar nicht glücken. Doch als sie aus gesundheitlichen Gründen eine Erholungspause zu Hause nutzt und die Zeit mit Konsum des deutschen Fernsehens verbringt, lernt sie die Sprache besser, als die Wochen vorher im Kurs des Deutschen Goetheinstituts. Mit der Zeit gelingt ihr die Integration in good old Germany, ist von den Weihnachtsmärkten und der deutschen Mülltrennung begeistert. Dennoch würde es sie voll umhauen, wenn sie es eines Tages erleben würde, dass im Supermarkt eine zusätzliche Kasse geöffnet würde und sie zu hören bekäme: „Sie waren vor mir, bitte, nach Ihnen.“ Dann, liebes Deutschland, wüsste sie: Der Geist der Fußballweltmeisterschaft, bestehend aus Großmut und Fairplay, lebt in Deutschland weiter.

 

Carol Kloeppel - Dear Germany – Eine Amerikanerin in Deutschland, erschienen im Lübbe-Verlag

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Ein Romanereignis, dass dem Leser Indien zu Beginn des letzten Jahrhunderts näher bringt

 

Die sechzehnjährige Anita Delgado und ihre ältere Schwester Victoria, Töchter einer verarmten andalusischen Familie, sind im Mai 1906 in Madrid wie ganz Spanien im Rausch der bevorstehenden Hochzeit von Alfons XIII. In den prachtvoll geschmückten Straßen tummeln sich Gäste aus aller Welt. Darunter auch adlige Besucher, wie der exotisch gekleidete Gast aus dem fernen Indien: der 34jährige elegante, steinreiche Jagatjit Singh, Maharadscha von Kapurthala. Ist es Schicksal, dass er den Weg in den Kursaal findet, wo Anita und Victoria unter dem Namen „Kamelienschwestern“ das Publikum mit ihrem Flamencotanz verzaubern? Ein Blick in das berückend schöne Gesicht Anitas und er verliebt sich unsterblich in die fröhliche, anmutige Andalusierin. Er erscheint allabendlich zu ihrem Auftritt, überhäuft sie mit luxuriösen Geschenken und hält schließlich um ihre Hand an. Sehr zögerlich gibt sie seinem Werben nach und ist plötzlich in aller Munde. Ein Jahr lang wird sie in Paris auf die zukünftige Rolle als Ehefrau eines indischen Königs vorbereitet, bis sie ihm in seine Heimat folgt. Dort erwartet sie eine glanzvolle Märchenhochzeit. Anita ahnt jedoch nicht: Sie ist bereits die fünfte Ehefrau des Maharadschas. Wird sie sich im Harem behaupten können? Zwar führt sie fortan das Leben einer Königin in unvorstellbarem Luxus, fühlt sich aber in dieser exotischen, von uralten Traditionen geprägten Welt auch fremd und einsam.

 

Javier Moro - Die indische Prinzessin, erschienen im Der Club

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Hülya Özkan schildert:

Eine Reise zu meiner schrecklich netten türkischen Familie

 

Skürril! „Wir haben dir ein Opferlamm geschlachtet“, verkündet Hülya Özkans Mutter gerne am Telefon. Auch sonst bleiben die kleinen Eigenheiten ihrer türkischen Familie kaum verborgen – etwa wenn Tante Handans Heiratsinstitut aktiv wird, sich der gut gemeinte Reiseproviant als gefüllte Eingeweide entpuppt oder der Kaffeesatz mal wieder Erstaunliches zutage fördert. Nun hat sich die bekannte ZDF Moderatorin auf eine Reise zu ihren Wurzeln begeben und einen erfrischend heiteren und sehr persönlichen Reisebericht verfasst. Humorvoll, warmherzig und mit einem feinen Blick für die kleinen Unterschiede erzählt sie, was sie dabei erlebt hat und wie ihr nach nächtelangen Verwandtenbesuchen klar wurde, dass ihre schrecklich nette türkische Familie vor allem eins ist: einfach süper!

 

Hülya Özkan - Güle Güle Süperland, erschienen im Knaur Taschenbuch Verlag

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Eine der bezauberndsten Autobiografien des 20. Jahrhunderts

 

An einem Herbstabend des Jahres 1901 wird das Findelkind Marie von einem Hirten zu einer Bauernfamilie gebracht. Sie wird wie eine Tochter angenommen und großgezogen. Nahezu ihr gesamtes Leben verbringt sie als einfache Schafhirtin in der urwüchsigen Natur des Quercy, umgeben von warmherzigen Menschen, die ihr ein Grundvertrauen auf das Gute in der Welt vermitteln, das sie in allen Lebenslagen trägt. Sie erlebt zwei Weltkriege und meistert tapfer und mit viel Weisheit Schicksalsschläge wie den Verlust ihres Sohnes, der im Widerstand gegen die deutschen Besatzer kämpfte, oder den frühen Tod ihres Mannes. Diese lebensbejahende Haltung ermöglicht es ihr, am Ende ihres erfüllten Daseins heiter und dankbar auf ein dramatisches Jahrhundert zurückzuschauen…

„Ich konnte kaum laufen, da habe ich schon gelernt, wie ich mich unter den Bauch der Mutterschafe gleiten lassen musste, um direkt aus den Eutern zu trinken. Sie wiesen mich nicht zurück, und nie habe ich auch nur den kleinsten Stoß erhalten. Sie haben mir die Frau ersetzt, die mir so sehr gefehlt hat, ein wenig später, als ich erfuhr, dass ich ein Findelkind war. Immer wusste ich, was Glück bedeutet: Dass man zufrieden ist mit dem, was man hat, und sich selbst so akzeptiert, wie man ist.“

 

Marie des Brebis - Der reiche Klang des einfachen Lebens, Christian Signol erschienen im Verlag Urachhaus

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Bedeutende Kasseler Unternehmerin Sophie Henschel

 

Sophie Henschel setzte Maßstäbe: als Mäzenin, im Wohlfahrtswesen und als Unternehmerin. Sie ging selbstbewusst und unabhängig mit ihrem Geld um, und war sowohl als Fabrikantin als auch als Stifterin wegweisend für zukünftige Generationen. Als langjährige Vorsitzende des Kasseler Frauenvereins des Roten Kreuzes begründete sie eine besondere Stiftungskultur von Frauen, die zur Bildung einer Solidargemeinschaft der Stadtbürger beitrug. Ohne im Besitz politischer Staatsbürgerinnenrechte zu sein, partizipierten Frauen durch ihr Vereinsengagement an den öffentlichen Belangen uns beeinflussten unter Sophie Henschels Leitung entscheidend die Stadtentwicklung. Sowohl auf Vereins- wie auf Unternehmensebene setzte sie Dimensionen einer modernen Sozialfürsorge um, die an der Wiege des sich erst bildenden Wohlfahrtsstaates standen.

 

Ortud Wörner-Heil – Sophie Henschel Lokomotivfabrikantin und Stifterin (1841 – 1915), erschienen im euregioverlag

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Elisabeth von Thüringen - Die Mutter der Armen

 

Was wissen wir noch von Elisabeth von Thüringen, die in der Nachfolge des hl. Franziskus vor über 750 Jahren in Deutschland einen nicht weniger Aufsehen erregenden Feldzug gegen Armut und Krankheit führte wie ihn Mutter Teresa in Indien führte?

Als Dreizehnjährige heiratete die ungarische Prinzessin den thüringischen Landgrafen Ludwig, mit neunzehn Jahren war sie nach überaus glücklicher Ehe bereits verwitwet, verließ die Wartburg, gab ihre drei Kinder in klösterliche Obhut und errichtete in Marburg ein Hospital als Zufluchtsstätte für Arme und Kranke. Mit imponierender Konsequenz half und pflegte sie dort, bis sie im frühen Alter von 24 Jahren starb. Schon bald nach ihrem Tode bildeten sich Legenden, und es entstand mit der Zeit ein Bild der Heiligen mit allzu erbaulichen, ja süßlichen Zügen…...

 

Elisabeth von Thüringen – Walter Nigg und Bildern von H.N.Loose, erschienen im Bertelsmann Club

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